Sommerpause 3.0, mentale Gesundheit und mutige Wege
Shownotes
In dieser Sommerpause-Episode teile ich meine Gedanken zur Bedeutung von Pausen für Fachleute und Betroffene. Ich spreche offen über mentale Gesundheit, die Herausforderungen im Alltag und warum gezielte Lerntherapie so wirksam sein kann. Ihr erfahrt, wie sich unser Institut entwickelt hat, was uns antreibt und welche Themen euch nach der Pause erwarten. Als Betroffener und Experte gebe ich Einblicke in persönliche Erfahrungen und die Entwicklung im deutschsprachigen Raum. Hört rein, lasst euch inspirieren und bleibt neugierig auf kommende Folgen – gemeinsam gestalten wir mehr Offenheit rund um Legasthenie und Lernschwierigkeiten.
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Transkript anzeigen
00:00:02: In einer letzten Folge für den Sommer – ich nenne die heutige Episode „Sommerpause 03“ – melde ich mich wieder als euer Legasthenie-Experte Lars Michael Lehmann hier aus Dresden. In den kommenden 14 Tagen geht es dann langsam in die Sommerpause hier in Sachsen. Dann beginnen die sechswöchigen Sommerferien, und ich freue mich, dass es etwas ruhiger in unserem Institut wird. So kann ich mich wieder mehr der Auswertung unserer Studie widmen und andere Dinge vorbereiten. Natürlich habe ich auch einzelne Termine – aber es wird etwas ruhiger in unserem Institut.
00:01:05: Und man braucht auch immer wieder Pausen. Das ist besonders wichtig – auch für uns Fachleute, die mit Menschen arbeiten –, dass man nicht psychisch ausbrennt. Mentale Gesundheit ist nicht nur für unsere Schützlinge wichtig, sondern auch für uns als Fachleute, die in der Diagnostik, Beratung und Lerntherapie tätig sind. Im August gibt es dann ein Jubiläum: 16 Jahre unsere Arbeit. Und ich staune, wie sich unsere Arbeit in den letzten Jahren entwickelt hat – dafür sind wir sehr dankbar. Hier gäbe es mit Sicherheit noch vieles zu reflektieren. Das werde ich aber demnächst in einer Episode besprechen, in der ich über meine Expertenerfahrungen der letzten 20 Jahre berichten werde.
00:02:04: Dort werde ich über den Stand der Dinge sprechen – über die Themen Aufklärung, Forschung und meine eigenen persönlichen Erfahrungen als Institutsleiter. Ich werde erläutern, was sich im deutschen Sprachraum bisher getan hat und wie ich die Situation einschätze. Aber das wird noch ein wenig dauern. Diese Episode wird es noch in diesem Jahr geben. Zuvor wird es jedoch noch andere Folgen geben, zum Beispiel:
00:02:36: Wie finanziert man eine Lerntherapie? Welche Möglichkeiten gibt es? Dabei werde ich etwas zum Thema § 35a des Sozialgesetzbuches sagen und meine Erfahrungen schildern. Berufswahl und LRS: Wie können Betroffene ihren Berufsweg gestalten? LRS im Medizinstudium: Die Betroffenen sollten ruhig Mut zum weißen Kittel haben. Ärzte werden gesucht – auch gute Ärzte. In unserem Bereich gibt es bereits eine ganze Reihe erfolgreicher Ärzte: Zahnärzte, Chirurgen, Gynäkologen und andere Fachärzte. Auch Psychologen und Psychiater sind darunter. Mir sind schon einige begegnet, die sich sowohl menschlich als auch fachlich wunderbar entwickelt haben, sobald sie die Hürden überwunden hatten. Die Betroffenen sollten also Mut haben, sich diesem Thema zu widmen.
00:03:37: Ich hoffe, dass ich wieder eine Episode mit Andre Ahrmann aufnehmen kann. Das war eigentlich auch für den Sommer geplant. Mal sehen, wie ich Andre wieder erreiche. Bei so beschäftigten Menschen ist das nicht immer ganz einfach.
00:04:04: Wir wollten uns jedenfalls über das Thema mentale Gesundheit austauschen und darüber, welche Erfahrungen er in diesem Bereich gesammelt hat.
00:04:26: Dies ist ohnehin ein wichtiges Thema, über das gesprochen werden muss – die psychische Gesundheit. Besonders im Hinblick auf die Kinder ist es sehr wichtig, dass sie psychisch gesund bleiben, auch mit ihren Lernschwierigkeiten. Andererseits gilt das genauso für uns Erwachsene und Betroffene, die manchmal schwere biografische Lasten mit sich herumtragen. Es ist entscheidend, dass diese Lasten gut bewältigt werden, damit die Betroffenen dennoch ein gelingendes Leben führen können – sofern sie ihre psychischen Probleme gut in den Griff bekommen.
00:04:45: Inzwischen haben wir über 200 aktive Hörer. In diesem Jahr werden wir als Nischen-Podcast vielleicht sogar die 5.000 Downloads erreichen. Wir wissen, dass es sich um einen Nischen-Podcast handelt – das habe ich ja schon einmal erzählt. Ich erwarte keine zigtausenden Follower oder Fans. Wir machen das für die Menschen, die sich dem Thema widmen und tiefgehendes Wissen erwerben möchten – für diejenigen, die sich wirklich genauer damit befassen wollen, und nicht nur oberflächlich. Das ist unser und mein Anliegen.
00:06:17: Wir haben inzwischen auch von einigen Betroffenen Feedback erhalten. Auch ehemalige Schützlinge hören unseren Podcast und haben mir bereits positive Rückmeldungen gegeben. Sie schätzen den Mut, mit dem ich offen über das Thema spreche. Auch Eltern, deren Kinder bei uns in der Lerntherapie sind, haben mir das bereits gespiegelt: Unser Podcast nimmt sie mit, und sie fühlen sich angesprochen. Wir werden mit Sicherheit nicht alle damit erreichen – und das ist auch nicht das Ziel dieses Podcasts. Aber wenn uns die Fachwelt bereitwillig zuhört oder vielleicht auch Behörden oder andere, die sich mit der Thematik beschäftigen, dann haben wir schon viel erreicht. Und wenn wir gelernt haben, offener über das Thema zu sprechen, ist uns bereits einiges gelungen.
00:07:34: Für die Zukunft nehme ich mir natürlich vor, dass meine Podcast-Folgen noch besser strukturiert sind. Ich muss ehrlich gestehen: Im Alltag habe ich beruflich viel zu tun.
00:07:50: Ich bereite mich zwar immer wieder auf den Podcast vor – inhaltlich, was ich euch hier erzählen möchte –, aber mir ist aufgefallen, dass ich mich wiederhole, viele Füllwörter verwende und vielleicht an manchen Stellen langweilig wirke. Das liegt im Wesen dieses Podcasts: Ich teile mein Fachwissen aus dem Alltag, das, was ich all die Jahre beobachtet habe – als Betroffener und als Experte.
00:08:32: Daher ist das manchmal speziell. Und wer mir gerne zuhört: Über diese Menschen freue ich mich. Und ich freue mich über weitere Likes und dass ihr uns folgt. Sagt es ruhig weiter! Unser Podcast wird tatsächlich im gesamten deutschsprachigen Raum gehört – bis nach Süditalien, wie wir wissen. Und das ist doch eine tolle Sache.
00:09:05: Für dieses Jahr – oder für das letzte Schuljahr – sind wir sehr dankbar für den Zuspruch. Unsere Arbeit wird weiterhin hier in Dresden gut angenommen, und das freut uns sehr. Wir machen diese Arbeit wirklich aus Leidenschaft. Es ist unsere Passion, unseren Schützlingen und ihren Familien zu helfen, damit sie ihre Schwierigkeiten gut bewältigen lernen. Und das sehen wir ganz praktisch bei nicht wenigen Kindern: Unsere Lerntherapie schlägt an, sie entfaltet ihre Wirkung. Man sollte das nicht unterschätzen. Wenn Kinder eine zielgerichtete Förderung erhalten, kann das eine Familie enorm entlasten. Darum werde ich auch in einer weiteren Podcast-Folge darüber sprechen, warum eine gezielte Lerntherapie bei LRS eine der wirksamsten Maßnahmen sein kann – neben anderen Maßnahmen.
00:10:06: Außerdem werden wir über das Thema Langzeitentwicklung bis ins Erwachsenenalter und über LRS-Klassen berichten. Hier habe ich in der letzten Zeit von einigen Eltern gehört, die immer wieder Beratung wünschen und auch unseren Expertenrat einholen möchten – insbesondere zur Frage, wie wir das Thema LRS-Klassen im Einzelfall einschätzen. Man muss das immer vom Einzelfall aus betrachten. Das gelingt im Bildungswesen eher selten oder weniger gut. Dort wird oft zu grob und pauschal vorgegangen. Hier braucht es viel mehr Differenzierung, da die Kinder zu unterschiedlich sind.
00:11:18: Aber dazu hatte ich ja bereits eine Podcast-Folge zum Thema LRS-Klassen – Pro und Contra. Das wird auch auf lange Sicht immer wieder ein herausforderndes und vielschichtiges Thema bleiben, denn das Thema wird im Bildungswesen viel zu wenig differenziert betrachtet. Das wird immer wieder deutlich, wenn ich mich mit Medizinern oder anderen Pädagogen unterhalte. Zwar mag es bildungspolitisch eine gute Motivation sein, dass man bereits frühzeitig – etwa durch LRS-Screenings in der zweiten Klasse im ersten Halbjahr – die Schwierigkeiten erkennt. Das ist mit Sicherheit löblich, dass man da etwas tut. Aber wenn man nicht wirklich vom Einzelfall ausgeht, kann man die Schwierigkeiten auch im sächsischen Bildungswesen – obwohl diese Herangehensweise immer sehr gelobt wird – nicht wirklich differenziert erkennen. Und die Kinder können dadurch auch in punktuellen Förderklassen nicht differenziert gefördert werden, wie wir es als Fachleute fordern oder uns wünschen würden. Hier ist noch viel zu tun.
00:13:15: Das sind so meine Gedanken für die Sommerpause, die ich weiter mit mir tragen werde. Und ich werde mich nach der Sommerpause mit Sicherheit mit einem Special in den Herbstferien wieder bei euch melden. Die anderen Folgen erscheinen immer am ersten Mittwoch im Monat. Sie werden frühzeitig online gestellt. Lasst euch überraschen, was wir euch berichten werden. Gerne nehmen wir Anregungen und Kritik entgegen. Wenn ihr Tipps habt, was man noch besser machen kann, sind wir sehr dankbar. Wir machen weiter, und ich freue mich, wieder von euch zu hören. Ich wünsche euch schöne Sommerferien. Entspannt euch gut und vergesst nicht, das Thema weiter zu fokussieren – gerade, wenn ihr betroffen seid und Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben habt. Arbeitet weiter daran. Ich tue es tagtäglich, und ich habe im Laufe der vielen Jahre immer wieder Fortschritte bemerkt – auch für mich selbst im Alltag. Darum macht mir die Arbeit so viel Freude: dass ich selbst noch viel dazulernen kann. Wie gesagt: Ich wünsche euch schöne Sommerferien. Und wir werden irgendwann im Juli mindestens 13 Tage im schönen Innsbruck Urlaub machen, die Seele baumeln lassen, wandern gehen und die wunderbare österreichische Küche genießen. Wir freuen uns schon sehr darauf. Und ich freue mich, wenn ihr uns weiterempfehlt. Bis bald. Euer Lars Michael Lehmann, euer Legasthenie-Experte, der selbst betroffen ist, die Schwierigkeiten bewältigt hat und euch gerne weiterhilft. Bis bald. Euer Lars Michael Lehmann. Ciao.
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