Die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche LRS-Förderung
Shownotes
Podcast-Folge: „LRS bewältigen – Warum schnelle Lösungen scheitern und was wirklich hilft“ mit Lars Michael Lehmann (Legasthenie-Coaching gUG)
Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) lässt sich nicht in wenigen Tagen „heilen“ – trotz vieler Werbeversprechen. In dieser Folge erklärt Lars Michael Lehmann (Legasthenie-Coach und Experte für Lerntherapie), warum langfristige, individuelle Förderung der einzige Weg ist, um Kindern mit LRS nachhaltig zu helfen. Du erfährst: ✅ Warum „Schnellschuss-Therapien“ oft Abzocke sind ✅ Welche wissenschaftlich fundierten Methoden (z. B. Marburger Rechtschreibtraining, LESIKUS) tatsächlich wirken ✅ Wie du seriöse Therapeuten erkennst – und unseriöse Angebote vermeidest ✅ Warum die Beziehung zwischen Kind und Therapeut entscheidend ist ✅ Wie Eltern ihr Kind motivieren und stärken können – ohne Druck
„LRS ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Aber mit der richtigen Begleitung schaffen es alle Kinder, ihre Schwierigkeiten zu bewältigen.“ – Lars Michael Lehmann
Timestamps & Inhalte
Zeit
Thema
00:00
Intro: Warum LRS kein kurzfristiges Problem ist
00:21
Die Gefahr von Werbeversprechen („LRS in 2 Wochen heilbar?“)
01:11
Warum langfristige Therapie der einzige Weg ist
02:58
Qualifikationen erkennen: Welche Zertifizierungen sind vertrauenswürdig?
03:36
Österreichische Ansätze vs. andere Methoden – was funktioniert?
05:49
Die wichtigste Komponente: Die Beziehung zwischen Kind und Therapeut
06:54
Individuelle Förderung statt Einheitskonzept – warum das entscheidend ist
08:46
Spiel, Motivation & psychologische Stabilität in der Therapie
10:31
Konfrontationstherapie: Warum Kinder dranbleiben müssen – ohne Überforderung
12:39
Keine Verträge! Warum seriöse Therapeuten flexibel bleiben
14:19
Zusammenarbeit mit Schulen, Logopäden & Psychologen
16:36
Realistische Erwartungen: Wie lange dauert eine LRS-Therapie wirklich?
Die wichtigsten Takeaways
- LRS ist kein kurzfristiges Problem
„Wundermethoden“ (z. B. Bachblüten, Händigkeitstraining) sind unwirksam – oft sogar schädlich. Wissenschaftlich fundierte Ansätze (Marburger Training, Reuter-Liessmann, LESIKUS) kombiniert mit spielerischen Elementen bringen nachhaltige Erfolge.
- Seriöse Therapeuten erkennen
Keine langfristigen Verträge (Flexibilität ist ein Qualitätsmerkmal). Erfahrung & Einfühlungsvermögen sind wichtiger als Marketingversprechen. Zertifizierungen (z. B. EÖDL, Bundesverband Legasthenie) helfen bei der Auswahl – aber Praxis und Chemie entscheiden.
- Die Rolle der Eltern
Geduld ist entscheidend: LRS-Therapie dauert oft 18–24 Monate (oder länger). Motivation & kleine Erfolge feiern („Bergwanderung-Prinzip“). Zusammenarbeit mit Schulen verbessert die Chancen – aber nicht alle Lehrer sind kooperativ.
- Warnsignale für unseriöse Angebote
„Garantien“ („In 10 Stunden lesefit!“) sind Lügen. Einheitskonzepte (nur ein Programm für alle) funktionieren nicht – jedes Kind braucht individuelle Förderung. Fokus nur auf Kreativität/Sinnestraining ignoriert das eigentliche Problem.
Zitate zum Teilen 🗣 „Wenn jemand behauptet, LRS ließe sich in wenigen Tagen ‚heilen‘, dann ist das Abzocke – Punkt.“ 🗣 „Ein guter LRS-Therapeut macht keine Verträge, sondern passt sich dem Kind an.“ 🗣 „LRS-Therapie ist wie eine Bergwanderung: Schritt für Schritt kommt man voran – aber es braucht Ausdauer.“ 🗣 „Die Chemie zwischen Therapeut und Kind ist mindestens so wichtig wie die Methode.“
Ressourcen & Links 🔗 Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. (BVL) → Zur Website 🔗 EÖDL – Erster Österreichischer Dachverband Legasthenie → Zur Website 🔗 Marburger Rechtschreibtraining → Mehr erfahren
Kontakt & Beratung 📞 Telefon: 0351-89991590 ✉ E-Mail: info@legasthenie-coaching.de 🌐 Website: www.legasthenie-coaching.de
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Transkript anzeigen
Lars Lehmann: Hallo, hier ist der Lars. Heute werden wir uns mit dem Thema „Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) mit schnellen Hilfsversprechen nicht wirklich bewältigen lässt“ beschäftigen.
Lars Lehmann: Wenn ihr Eltern seid und euch mit dem Thema Leserechtschreibschwierigkeiten bei euren Kindern immer wieder herausgefordert fühlt, werdet ihr euch bestimmt immer wieder fragen: Wie lange dauert denn so eine spezielle Lerntherapie, bis man die Schwierigkeiten gut bewältigen kann? Immer wieder stoße ich auf alle möglichen Hilfsangebote, bei denen behauptet wird, dass man LRS im Handumdrehen oder mit einer kurzen, intensiven Lerntherapie oder einem Lerntraining innerhalb weniger Tage oder Stunden ganz schnell bewältigen kann.
Lars Lehmann: Das sind pure Werbeversprechen, und meiner Meinung nach ist das Abzocke.
Lars Lehmann: Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche lässt sich nur über einen längeren Zeitraum wirklich bewältigen – wenn man sie kompetent und wissenschaftlich fundiert angeht. Hier braucht es Spezialisten, die jahrelange Erfahrung im Bereich der Lernpsychologie und in den verschiedensten Fachbereichen mitbringen, um möglichst umfassend helfen zu können. Je länger die Fachleute auf diesem Gebiet arbeiten, desto mehr Erfahrung haben sie – und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwierigkeiten der Kinder gut bewältigt werden. Natürlich muss auch die Chemie zwischen Lerntherapeutinnen, Lerntherapeuten und dem Kind stimmen. Es gibt unzählige Trainings und Angebote aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. Manche behaupten, man könne LRS mit Neurolinguistik oder esoterischen Konzepten wie Bachblüten behandeln. Dann kommt immer wieder die Frage auf, ob eine Bindungsfähigkeit trainiert werden muss, ob ein Sehtraining oder ein Händigkeitstraining die Probleme kompensieren kann. Es gibt so viele Angebote für Familien, dass man – wenn man sich nicht auskennt – an unseriöse Anbieter geraten kann, die den Kindern nicht wirklich helfen.
Lars Lehmann: Die Fachleute müssen umfassend ausgebildet und qualifiziert sein. Es gibt verschiedene Verbände wie den EÖDL oder den Bundesverband Legasthenie sowie logopädische Angebote, bei denen die Therapeuten teilweise qualifiziert sind. Man kann nie genau sagen, welche Zertifizierung die beste ist. Über die Jahre hinweg habe ich mit den österreichischen Ansätzen die besten Erfahrungen gemacht – sie sind meiner Meinung nach am fundiertesten.
Lars Lehmann: Jedes Konzept hat seine Vor- und Nachteile. Als unabhängiger Experte passe ich meine Förderansätze entsprechend der Studienlage und meiner persönlichen Erfahrungen an. Deshalb ordne ich mich fachlich teilweise den österreichischen Methoden zu, aber nicht ausschließlich. Da ich unabhängig bin, habe ich die Freiheit, jeder sinnvollen Fördermaßnahme in die Lerntherapie zu integrieren. Über die Jahre habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gesammelt und versuche immer wieder, neue Methoden zu finden und zu testen, wie sie sich auf die Entwicklung der Kinder auswirken. Viele Eltern fragen sich, wie sich bestimmte Konzepte bei ihren Kindern auswirken. Es gibt gute Ansätze wie das Marburger Rechtschreibtraining, Reuter-Liessmann, das Münchner Rechtschreibtraining, CELECO oder LESIKUS. Diese Methoden sind durchaus sinnvoll und lassen sich gut in die Lerntherapie einbauen – aber nicht als alleinige Lösung, sondern in Kombination mit anderen Ansätzen. Dazu braucht es langjährige Erfahrung und Einfühlungsvermögen. Die psychologische Komponente muss berücksichtigt werden, damit sich die Kinder psychisch stabil und gesund entwickeln.
Lars Lehmann: Die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Lerntherapeutin und Kind ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg. Funktioniert die Chemie nicht, wird es schwierig.
Lars Lehmann: Mit unterschiedlichen Kindern macht man unterschiedliche Erfahrungen. Es gibt kein universelles Konzept, das für alle Kinder passt. Als Experte bin ich gefordert, individuelle Methoden zu finden und mich auf die Bedürfnisse und Schwierigkeiten jedes Kindes einzustellen.
Lars Lehmann: Es gibt zwar strukturierte Konzepte wie Reuter-Liessmann oder das Münchner Rechtschreibtraining, die methodisch nicht falsch sind. Aber wenn man den Kindern nur solche Programme anbietet, kann das schnell langweilig werden. Deshalb ist es wichtig, spielerische Elemente einzubauen, um die Denkleistung, Intelligenz, Motivation und Konzentration der Kinder zu fördern. Manche Kinder brauchen mehr motorische Unterstützung, etwa durch Schreibmotorik-Training, andere Konzentrations- und Merkübungen oder gezielte Förderung des Arbeitsgedächtnisses. Erst dann kann man sich dem Spracherwerb widmen – etwa der phonologischen Bewusstheit oder der Buchstabendifferenzierung – und das individuell auf das Kind abstimmen.
Lars Lehmann: Da Kinder sehr unterschiedlich sind und individuelle Herausforderungen im Schriftspracherwerb haben, brauchen sie gezielte, individuelle Unterstützung. Ein Einheitskonzept, das für alle funktioniert, gibt es nicht. Unseriöse Angebote versprechen oft, dass Kinder in kürzester Zeit ihre LRS überwinden – etwa durch Fokus auf Kreativität oder Sinnestraining. Das ist höchst fragwürdig.
Lars Lehmann: Ich sage Eltern immer wieder: Lerntherapie ist auch eine Art Konfrontationstherapie. Die Kinder müssen sich regelmäßig mit dem Schriftspracherwerb auseinandersetzen, auch wenn es ihnen schwerfällt. Meine langjährige Expertise hilft mir, den Kindern zu zeigen: „Ich habe meine eigenen Schwierigkeiten überwunden – du schaffst das auch!“
Lars Lehmann: Ich vergleiche es gerne mit einer Bergwanderung: Schritt für Schritt kommt man voran. Mit kleinen, leichten Aufgaben im Lesen und Schreiben, die individuell angepasst werden, gewinnen die Kinder Freude und Selbstvertrauen. Wenn Eltern gut mit uns zusammenarbeiten, lässt sich viel erreichen. Das ist oft ein längerer Prozess – selten 18 Monate, häufiger 24 Monate oder länger, bis die Kinder die weiterführende Schule erreichen. Die Dauer hängt vom Schweregrad der LRS und der schulischen Umgebung ab.
Lars Lehmann: Wir machen keine langfristigen Verträge mit Eltern, denn das halte ich für unseriös. Stattdessen schätzen wir den Förderzeitraum ein und unterstützen die Familien so lange, wie sie Hilfe brauchen. Wenn die Fortschritte stimmen, kann die Förderung beendet werden. So arbeiten wir seit 15 Jahren erfolgreich – ohne Verträge, aber mit Transparenz und Flexibilität.
Lars Lehmann: Mein Anliegen ist es, Familien und Kinder zu befähigen, die Schwierigkeiten zu bewältigen – ohne Abhängigkeiten zu schaffen.
Lars Lehmann: Eine Lerntherapie ist kein Schnellschuss, sondern oft ein langwieriger Weg. Manchmal müssen Logopädie, Ergotherapie oder Kinderpsychologen einbezogen werden. Und wenn die Schulen kooperieren, ist das ein großer Vorteil.
Lars Lehmann: Es gibt kein Patentrezept. Wissenschaftlich fundierte Methoden helfen, aber nicht jedes Kind entwickelt sich gleich. Manche haben neurologische Besonderheiten, Wahrnehmungsstörungen oder ein langsames Arbeitsgedächtnis. Trotzdem können die meisten Kinder ihre LRS gut kompensieren und ähnliche Leistungen wie ihre Mitschüler erbringen. Ich möchte Eltern Mut machen: Gebt euren Kindern die bestmögliche Hilfe! Das war die nächste Folge unseres Legasthenie-Coaching-Podcasts. Ich freue mich über Feedback und stehe für Beratung, Diagnostik und Lerntherapie zur Verfügung. Bis bald, euer Lars. Ciao.
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