Isolierte Leseschwäche bei Kindern: Früherkennen, fördern, stärken
Shownotes
Zusammenfassung In dieser Episode des Legasynikogen-Podcasts spricht Lars Lehmann über das Thema der isolierten Leseschwäche bei Kindern. Er erklärt, dass es wichtig ist, diese Schwäche von anderen Formen der Leserechtschreibschwäche zu unterscheiden und geht auf die möglichen Ursachen und Merkmale ein. Zudem wird der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Lesefähigkeit thematisiert. Eltern erhalten praktische Tipps zur Unterstützung ihrer Kinder und zur frühzeitigen Intervention, um die Lesefähigkeit zu fördern.
Take-aways Isolierte Leseschwächen sind häufiger als angenommen. Eltern sollten die Lesefähigkeit ihrer Kinder genau beobachten. Frühe Intervention kann die Lesefähigkeit erheblich verbessern. Umweltfaktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Leseförderung. Regelmäßiges Üben ist entscheidend für den Lernerfolg. Die Zusammenarbeit mit Lehrern ist wichtig für die Diagnose. Eltern sollten sich nicht entmutigen lassen. Das Verstehen von Texten ist für den Schulerfolg essenziell. Lerntherapie kann bei isolierten Leseschwächen helfen. Eltern sollten sich an Fachleute wenden, wenn sie Bedenken haben. Titel Isolierte Leseschwäche: Ein unterschätztes Problem Ursachen der Leseschwäche bei Kindern O-Ton "Das Verstehende Lesen ist sehr wichtig." "Eltern sollten sich an Fachpersonen wenden." "Sprechen Sie immer wieder auch mit den Lehrern." Kapitel 00:00 Einführung in die isolierte Leseschwäche 02:43 Ursachen und Merkmale der isolierten Leseschwäche 05:33 Einfluss von Umweltfaktoren auf die Lesefähigkeit 08:17 Diagnose und Unterstützung für betroffene Kinder 11:24 Praktische Tipps für Eltern und Lerntherapie
Weitere Infos folgen: https://www.legasthenie-coaching.de/
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Lars Michael Lehmann: Hallihallo, hier ist Lars Michael Lehmann vom Legasthenie-Coaching-Podcast. In dieser Folge geht es um das Thema isolierte Leseschwäche und die Gründe, warum ein Kind stockend liest.
Lars Michael Lehmann: Viele Eltern fragen sich: Warum liest mein Kind nur stockend oder langsam?
Lars Michael Lehmann: Das Thema Lese-Rechtschreib-Schwäche und Legasthenie ist allgemein bekannt und wird regelmäßig diskutiert. Weniger bekannt ist jedoch, dass es auch isolierte Leseschwächen oder isolierte Rechtschreibschwächen gibt. Diese werden erst in den letzten Jahren gezielter als eigenständige Schwierigkeiten diagnostiziert. Deshalb herrscht oft Unsicherheit: Eltern erleben, dass ihr Kind Schwierigkeiten beim Lesen und Leseverständnis hat, aber beim Schreiben und bei der Lautunterscheidung (z. B. D und T) keine Probleme auftreten. Das passt nicht ins klassische Bild der Lese-Rechtschreib-Schwäche. Tatsächlich gibt es isolierte Leseschwächen – also Probleme beim Lesen ohne größere Schwierigkeiten im Rechtschreiben. Natürlich gibt es auch Mischformen. Doch insgesamt weiß die Forschung bis heute nicht genau, warum einzelne Kinder nur mit dem Lesen, andere auch mit der Rechtschreibung kämpfen.
Lars Michael Lehmann: Der Begriff Legasthenie war ursprünglich als reine Leseschwäche definiert und wurde später auf kombinierte Lese-Rechtschreibstörungen ausgeweitet. Typische Anzeichen isolierter Leseschwächen zeigen sich oft schon ab der ersten Klasse: Kinder lesen langsam, stockend, Buchstabe für Buchstabe. Auch bei regelmäßigem Üben machen sie kaum Fortschritte und Nachhilfe bringt selten schnelle Verbesserungen.
Lars Michael Lehmann: Die Ursachen isolierter Leseschwächen sind vielfältig. Typischerweise sind die Kinder normal intelligent, manchmal sogar überdurchschnittlich begabt. Mögliche Ursachen sind verzögerte Sprachentwicklung, zu wenig Förderung im Elternhaus, ein hoher Medienkonsum oder ungünstige Lesevorbilder in der Familie. Umweltfaktoren spielen oft eine entscheidende Rolle.
Lars Michael Lehmann: Daneben können neurologische oder medizinische Gründe eine Rolle spielen. Isolierte Leseschwächen kommen häufiger vor als gedacht, sind jedoch wenig erforscht, da viele Studien Lese- und Rechtschreibprobleme gemeinsam untersuchen. Frühförderung im Kindergarten, das Lesenlernen des eigenen Namens und das familiäre Umfeld sind wichtige Faktoren. In großen, heterogenen Klassen werden Leseschwierigkeiten oft übersehen.
Lars Michael Lehmann: Eltern sollten sich nicht entmutigen lassen, wenn ihr Kind trotz Üben weiterhin stockend liest. Sinnvoll ist, bei länger andauernden Schwierigkeiten ein sozialpädiatrisches Zentrum oder spezialisierte Fachpersonen aufzusuchen, um neurologische und sprachliche Ursachen abzuklären. Je früher Eltern das Thema erkennen und gezielt reagieren, desto besser lassen sich die Probleme kompensieren.
Lars Michael Lehmann: Lerntherapie kann sehr wirksam sein. Mit gezielter, individueller Förderung lassen sich viele Leseschwierigkeiten innerhalb von 18 bis 24 Monaten deutlich verbessern. Es ist wichtig, dranzubleiben, auch wenn die Fortschritte klein erscheinen. Tägliche Lesepraxis von 10 Minuten bewirkt oft schon viel. Eltern sollten kleine Lernerfolge notieren und richtig einordnen, ohne sich von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Lesekompetenz bleibt auch im digitalen Zeitalter eine grundlegende Fähigkeit. Das verstehende Lesen ist entscheidend. Mit einfach gehaltenen, lautgetreuen Texten können selbst langsame Leser Fortschritte machen. Geduld, Motivation und Unterstützung durch weitere Bezugspersonen – etwa die Großeltern – stärken die Entwicklung.
Lars Michael Lehmann: Sollten über längere Zeit keine Fortschritte erkennbar sein, empfiehlt sich die Abklärung beim HNO-Arzt oder eine Überprüfung des Arbeitsgedächtnisses und der Sinnesorgane. Alle Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt sollten selbstverständlich wahrgenommen werden, da hier bereits Hinweise auf sprachliche und kognitive Schwierigkeiten auffallen können. Bei Unsicherheiten helfen Ansprechpartner wie SPZs, Kinder- und Jugendpsychologen oder spezialisierte Einrichtungen wie das Legasthenie Coaching Institut. Auch Online-Angebote wie legakids.net bieten Informationen und Unterstützung, solange sie verfügbar sind.
Lars Michael Lehmann: Sprechen Sie regelmäßig mit den Lehrkräften, wenn Schwierigkeiten beobachtet werden. Ignorieren Sie Leseschwierigkeiten nicht, denn in den höheren Klassen können sie zu gravierenden Problemen in sämtlichen Schulfächern führen. Lesen und Leseverständnis bleiben essenziell für den Bildungserfolg. Ich hoffe, ich konnte heute das Thema isolierte Leseschwäche verständlich machen und Ihnen Mut machen, weiterhin dran zu bleiben. Bis bald, Ihr Lars Michael Lehmann.
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